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Mwanza und Bukoba

Ich bin tatsaechlich in Mwanza gewesen! Ich habe ja nicht geglaubt, dass das klar geht, aber ja, es ging klar! Vom 23.6 bis zum 8.7 waren Ferien. Heute auch noch, weil kein Kind auftauchte. Erst wollte ich nicht weg, dann doch, nur habe ich niemanden gefunden, der mit mir mitfaehrt. Alleine fand ich bloed. Allerdings am 23.6 stand es dann. Am 24.6 wuerde ich nach Dar fahren und von dort aus nach Arusha um am Dienstag mit Fanny und Tamino weiter nach Mwanza zu fuhren. Das Ticket nach Dar kriegen war nicht so einfach, aber alles klappte und zwei Tage spaeter traf ich die beiden in Arusha. Erstaunlicher weise war ich die Erste, die ankam, obwohl mein Weg der weiteste war. Von Arusha selber habe ich nicht so viel mitbekommen. Nur eines weiss ich, Arusha ist verdammt kalt. Schneefall haette mich nicht verwundert. An diesem ersten gemeinsamen Urlaubsabend haben wir nicht mehr viel getan. Wir waren noch eine Kleinigkeit essen. Wir waren, denke ich, frueh in einem sehr wackligen Bett, schlafen. Der naechste Tag begann frueh mit Aussicht auf eine zwoelf Stunden Busfahrt. Aber wir kamen gut durch. Geteerte Strassen, ein gutes Buch, schoene Aussichten und zwei nette Gespraechspartner und noch dazu einen Fensterplatz. Als wir um etwa 19.30 in Mwanza ankamen hatten wir natuerlich kein Hotel und warteten auf Marisas Antwort ob sie denn eines kennen wuerde. Ausserdem checkten wir die Budgetunterkuenfte im Reisefuehrer. Diese stellten sich allerdings als unzureichend dar und wir fragten unseren Taxifahrer. Er zeigte uns nur noble Hotels die sich ausserhalb unserer Preisklasse befanden. Also sind wir dann in der Innenstadt raus und zu Fuss weiter. Die Strasse hoch und wieder runter, nur fanden wir kein Guesthouse. Endlich erreichte uns Marisas Antwort und wir beschlossen den genannten Hostels gleich nach zu gehen. Natuerlich eierten wir die selbe Strasse zum gefuehlten hundertsden Mal runter. Schlussendlich kamen wir an und hatten ein gutes Hostel zu einem vernuenftigen Preis in guter Lage. Ich hatte echt Spass dabei, auch wenn mein Koffer mich das ein oder andere Mal echt genervt hat und ich nur noch schlafen wollte. Einfach ins Bett. Wir haben ausgeschlafen, dann in Ruhe gefruehstueckt und waehrenddessen unsere Moeglichkeiten ausgecheckt. Campalla? Bukoba? Oder doch was anderes? Schliesslich wurde es Bukoba, da es fuer Campalla zu knapp wurde. Also sind wir zum Hafen und haben Preise und Zeiten geklaert und haben da gechillt und uns die Bismarckrocks angesehen. Wirklich Klasse. In den Lake Victoria habe ich mich sowieso verliebt. Irgendwann, da muss es auch schon 18 Uhr oder so gewesen sein, waren wir was essen und sind dann weiter am Wasser laengs bis zu einem noblem Chinesen. Dort haben wir dann die Zeit totgeschlagen. Ich habe Pool spielen gelernt. Und man – was ein geiles Spiel. Ich weiss gar nicht wie ich es so lange ohne dieses Spiel ausgehalten habe. Auf dem Weg nach Hause haben wir noch eine Kneipe gesehen, in der Fussball uebertragen wurde. Also sind wir da haengen geblieben, bei Pizza und Fruchtplatten. Am naechsten Tag haben wir nicht so lange geschlafen, denn die Tickets mussten gekauft warden. Abends sollte es naemlich auf die Faehre gehen. Uebrigens heisst diese MS Victoria. Nachdem wir die Tickekts hatten, blieb uns noch eine Stunde, bis wir uns mit Annarina treffen wollten. Das traf sich ganz gut und es wurde ausgiebig gefruehstueckt. Die Stunde war schneller um, als ich dachte. So ist das eben, wenn man sich verquatscht. Schnell Annarina anrufen, die sich kurze Zeit spaeter zu uns gesellte. Nachdem wir noch laenger einfach nur gechillt hatten, beschlossen wir irgendwann doch, dass wir etwas tun sollten. Und wo gehen Frauen hin? Natuerlich, auf den Kleidermarkt. Nur um dieses Vorurteil zu bestaetigen ;0) Wir trennten uns und jeder erkundete den Markt. Ich war mit Annarina unterwegs. Es machte Spass die Klamotten anzuprobieren, zu ueberlegen, wie viel Geld man ausgeben wollte. Waehrend des bummelns sties Miri noch zu uns. Der Markt selber war unglaublich riesig, labyrinthartig und voller Kleidung. Staende, Kleiderhaufen, Unterwaesche, Bettzeug. Beinahe alles was aus Textilien besteht, kann man dort finden. Ich haette gut Lust ihn noch einmal zu erkunden und noch viel mehr zu kaufen. Obwohl mit zwei Roecken und Kleidern habe ich eine ganz gute Ausbeute gemacht. Viel spaeter als vereinbart trafen wir uns wieder am Eingang. Es wurde Zeit um was zu essen. Miri und Annarina sagte, sie kennen ein nettes Restaurante. Binti heisst es, und ist supergemuetlich. Das Essen ist auch echt gut. Ich bin ein bisschen neidisch, dass wir so etwas nicht in Masasi haben. Nach einem guten Essen und noch besseren Gespraechen, traf Marisa ein. Mittlerweile war unsere kleine Truppe ganz schoen angewachsen. Fanny und Tamino, mit denen ich unterwegs war und dann noch Annarina, Miri und Marisa. Fast das ganze Zwischenseminar =) Wir nutzten das erneute aufeiandertreffen zum quatschen, ob nun Krankheiten, Witze oder anderes. Langsam wurde es Zeit. Um 21. Uhr sollte schliesslich unsere Faehre gehen und die Anderen wollten sich das Halbfinale ansehen. Die Faehrfahrt an sich war superentspannt. Wir verbrachten die meiste Zeit mit Karten spielen und dem lernen anderer Versionen des Spiels <> Gegen Mitternacht ging ich ins Bett und schlief in dem Sechserzimmer und dem schmalen Bett gut durch. Der Blick auf Bukoba am naechsten Morgen war beeindruckend. Das Wasser, die Berge, das viele gruen und so toll von der Sonne angestrahlt. Und Bukobas erster Eindruck taeuschte nicht. Nach einem gemuetlichen Fruehstueck / ich war noch immer angetan von dem ersten Anblick dieser Stadt, machten wir uns auf die Suche nach einem Hostel. Diesmal lies der Reisefuehrer uns nicht im Stich und das Hostel war wunderbar. Direkt am Victoriasee, mit Strand. Man konnte wunderbar draussen sitzen, was wir auch erstmal in Anspruch nahmen. Wir sassen schon Ewigkeiten dar, bis eine Mama uns bat, dass wir uns einschreiben sollten. Gesagt, getan. Ich konnte noch immer nicht so recht fassen an was fuer einem schoenen Fleckchen Erde ich gelandet war. Schon in Mwanza hatte mir der Geruch des Wassers gut gefallen und mir wurde bewusst wie sehr ich das Wasser vermisse. Doch in Bukoba, direct am Strand war es viel, viel intensiver und wirklicher. Wir zogen los und erkundeten die Stadt. Ich liebe diese Stadt. Du weisst, du bist in einer, du merkst es an den vielen Menschen, weil alles da ist, was man braucht und trotzdem wohnt ihr eine gewissen Ruhe inne und sie hat einen laendlichen Charme. Wirklich bezaubernd. Besonders die huegelige Umgebung, aber vor allem die Ruhe haben es mir angetan. Ich hab mich einfach treiben lassen. Eigentlich schon den ganzen Urlaub ueber, aber in dieser Stadt noch mehr. Noch schooner wird die Stadt durch die alten Kolonialbauten der Englaender. Nachmittags fuhren wir zu Arnold – wir haben ihn auf der Faehre kennen gelernt. Er wohnt ein wenig abgelegen auf einem Huegel. Wirklich schoen. Wir wurden fuer den naechsten Tag zum essen eingeladen. Abends sassen wir noch lange, lange draussen bei Konyagi und Karten. Nun habe ich auch Kanaster gelernt. Wie schreibt man das eigentlich? Ee, Bildungsluecke. Der naechste Morgen ging ganz beschaulich los, mit dem Plan auf das Kamachuma Plateau zu fahren und dort zu picknicken. Wir checkten Moeglichkeiten aus und entschieden uns fuer das Motorrad. Schnell noch Proviant besorgt – Aepfel sind was feines – und auf die Maschinen geschwungen. Schon alleine die Fahrt den Beg hinauf war traumhaft. Der Wind im Haar, die Natur, die Geraeusche, das Gefuehl, welches ich nicht beschreiben kann. Es hat sich gelohnt. Der Ausblick war atemberaubend schoen. Auch die Wartezeiten dank zwei geplatzter Reifen war es wert, definitiv. Und eigentlich war das Warten gar nicht so schlimm. Sondern angenehm, mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Leider mussten wir das Abendessen mit Arnold verschieben um zwei Stunden. Es war verdammt gutes Essen, und viel Auswahl. Unglaublich, wie viel Muehe sie sich gegeben haben. Unsere Annanas war als Geschenk mehr als mickrig. Leider waren wir von den langen Motorradfahren mehr als geschafft und einfach nicht mehr in der Lage irgendetwas zu tun ausser da zu sitzen und zu essen. Ich lag zum Schluss gluecklich und zufrieden im Bett des Guesthouses und es haette nicht noch besser werden koennen. Den naechsten Tag verbrachten wir am Strand. Spielen, quatschen, Fotos, im Sand sitzen und Galgenmaennchen spielen, manchmal auch Tic Tac Toe. Diesen einen Tag wirklich nichts zu tun, sondern nur die Seelen baumeln zu lassen. Ein schoener Tag. Der naechste Tag war ebenso ruhig, mit einem letztem Stadtbummel in der Stadt, dem Ticketkauf und der Gewissheit, dass wir in Mwanza bei Annarina unterkommen koennen und auch abgeholt werden. Es folgten ruhige, entspannte Tage, mit lange schlafen, und noch laengeren Abenden und Kartenmarathon. <> und eine menschliche Pyramide. Egal wo wir waren, die Karten waren mit dabei. Im Binti so wie so. Nur auf den Big Rocks nicht. Aber da war es auch windig. Also machte es nichts. Rueckwirkend kann ich sagen, dass ich sehr, sehr dankbar fuer diesen Urlaub bin mit Fanny, Tamino und Annarina, weil ich viel nachgedacht habe, noch mehr erlebt habe und es einfach super gechillt war und ich so, so unglublich stressfrei war. Danke an alle! Und als Schlusswort: Poppt die Dame!

13.7.12 16:55, kommentieren

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Uhhhh, ich hab lange nicht mehr geschrieben. Irgendwie hatte ich keine Lust. Dann war dies und und das. Und nun kommt wieder ein bisschen was.

Kurz nach mir waren dann Marisa und Miri im Krankenhaus und dann war der Urlaub auch schon wieder vorbei.

Wir haben einen wunderbaren letzten Tag zusammen verbracht in einer Schwimmhalle und Meerjungfrauen gespielt bevor wor uns am naechsten Tag trennten.

Ich war wirklich froh nach all den Strapazen wieder in Chikukwe zu sein, bei den Schwestern und ueberhaupt. Nach hause zu kommen ist eines der schoensten Dinge der Welt.

 

In der Zwischenzeit ist einiges passiert. Ueber Kinder bis zu einem Laptop, der jetzt zwar keinen Virus mehr hat, aber dafuer auch kein Internet mehr und eine tansanische Windows Version, die mich aufgrund der vertauschten Buchstaben in den Wahnsinn treibt.

 

Ansonsten haben wir es endlich einmal nach Nanjota geschafft. Das Datum habe ich allerdings vergessen. In Nanjota leben, abgesehen von einen paar Schwestern, die Prostulantinnen und Canditatinen, bevor sie als Novizinen nach Chikukwe kommen. Es war wunderschoen entspannend. Das Gelaende ist wirklich schoen, mit viel gruen und vielen Blumen. Der Kindergarten gefaellt mir auch gut. Mit einem Fussballplatz fuer die Jungen und fuer die Maedchen ein Netballfeld. Natuerlich haben wir uns auch die Dispensary angesehen. Ich war erstaunt, wie gross sie ist.

Allerdings ist es wirklich nicht einfach mit dem Dalla nach Nanjota zu kommen. Sie fahren nur Mittags und ganz selten. Umgekehrt ist das genau so der Fall. Da ist nichts mal mit eben nach Masasi fahren.

 

Vom 26.5 bis zum 31.5 waren wir in Songea Isi besuchen. Schon alleine die Abfahrt stellte ein Problem dar. Eine Frau war am umziehen mit vielen Koffern, Regalen und einem Fernseher. Bis das untergebracht war und dann das restlich Gepaeck verging eine lange Zeit. Auf der Fahrt mussten wir feststellen, dass es bis auf in einem Dorf ganz am Anfang nichts zu kaufen gab. Natuerlich nichts zu essen, sondern schoene Koerbe. Leider konnten wir damit nicht so viel anfangen. Schon bald darauf fo;gte die erste Reifenpanne, dann die naechste. Die letzte ereilte uns gegen etwa 17 Uhr. Wir sassen im Nichts, und es wurde immer dunkler und kaelter. Ich hatte wirklich Angst, dass wir im Bus uebernachten mussten. Zwischendurch hiess es, sie seien fertig. Waren sie natuerlich nicht. Um etwa 19.00 Uhr holten sie die Taschenlampen raus. Weiter ging es etwa eine Stunde spaeter. Mir war kalt, alles tat mit weh, ich war hungrig und muede. Schlechte Reise vorraussetzungen also. Aber wir erreichten Songea, mitten in der Nacht. Der naechste Tag began um halb acht mit einem Gottesdienst. Der Tag ging ruhig weiter. Wir waren den ganzen Tag bei Isi und haben geredet und geredet und geredet =)

Am Montag waren wir erst Shoppen, vor allem Stoffe. Wirklich schoene Stoffe. Spaeter wollten wir nach Peramiho, sind aber im Priesterausbildungszentrum haengen geblieben.

Der naechste Tag begann recht spaet mit einem Federationmeeting und anschliessendes Keksebacken mit den Mamas. Dann war der Tag auch schon fast um. Abends waren Maria und ich noch Pizza essen. Sehr, sehr lecker, mit Chapatiteig.

Am Mittwoch Maria und ich tatsaechlich in Peramiho. Die Kirche ist wirklich schoen, generell sieht Peramiho sehr westlich gepraegt aus.

Wir waren noch im Bookshop und haben eine wunderbare Kinderbibel erstanden.

Spaeter waren wir noch mit Isi in einem Dorf und haben den Mamas dort beigebracht Plaetzchen zu backen. Es war wirklich spassig und die Kekse haben gut geschmeckt!

8.6.12 12:36, kommentieren

Warum ich niemals in Mwanza war                                                                                                            17.1 – 6.2.12

Vom Zwischenseminar und Krankenhausaufenthalten

Ein Abenteuerroman von Robin Hayn

 

Als wir, das sind natürlich Maria und ich, am morgen des 17.1 in einer für Chikukwe ungewöhnlichen Kälte auf den Bus nach Dar warteten, versprach alles, dass es ein gutes Zwischenseminar werden würde. Ein paar Tage Dar sind niemals zu unterschätzen, besonders wenn man auf dem Dorf lebt. Unsere Unterbringung war auch klar, natürlich bei den Salvatorianern.

Die Busfahrt schien sich unendlich in die Länge zu ziehen, aber wir kamen tatsächlich an. Der Name unserer überfüllten, unübersichtlichen Haltestelle ist „Sudan“. Nachdem wir mit dem Taxi zu den Sisters gefahren waren und gegessen hatten, ließen wir es uns bei den Brüdern gut gehen.

Mittlerweile ist alles schon zu lange her, als das ich wüsste, wie lange wir in Dar waren, oder was wir gemacht haben. Nur abenteuerlich war es, mit all den Menschen und dem Dalla-Dalla-gefahre. Und teuer ohne Ende.

Wir waren in einem riesigem, kalten und unfertigem Einkaufszentrum für reiche Menschen. Im Supermarkt, der noch mal ne Nummer größer als Real ist, gab es sogar Fricokäse, echten Kaffe und Cornflakes aller Art. Unglaublich und irgendwie verstörend, wie das ganze Einkaufszentrum, das weit über unserer Preisklasse lag. Und trotzdem, wir aßen in einem teueren Coffeshop zu Mittag und tranken, zumindest trank Maria echten Kaffe und ich Kakao. Ich war immer noch richtig erschlagen von diesem monstösen Einkaufszentrum. Von Spielzeugläden über Schmuckläden bishin zu BH-Läden war einfach alles vorhanden und teuer. Maria wirkte mit ihrem Uhuru-Kanga ein bisschen fehl am Platz und ich war froh, als wir aus diesem kalten Zenter raus gingen und wieder in der staubigen Hitze Dars waren. Ich bemerkte, wie schön Dar doch eigentlich war und das die Hitze nicht nur Nachteile mit sich brachte. Obwohl die Nachteile der Hitze mittlerweile wieder überwiegen.

Am nächsten Tag waren wir Vormittags mit in der Schule und haben tausend Klassen begrüßt. Die Klassen waren überfüllt und mit Glück gab es eine Tafel in den Räumen. Ansonsten nur Bänke, wie in den 50gern. Ich glaube, ich könnte nicht dort lernen, eingeengt von grauen Wänden. Der Unterricht, den wir gesehen haben, Reli, bestimmt aus Wiederholen. Tausendmal das Gleiche, unter anderem das „Vater-Unser“

Wir haben uns noch eine unfertige Kirche angeschaut, von der ich hoffe, dass sie schöner wird als die in Chikukwe.

Nachmittags fuhren wir wieder ins Zentrum um uns mit Janina zu treffen. Erinnert ihr euch? Wir waren mit ihr zusammen in Mtwara. Viel gemacht haben wir dann doch nicht. Es ging ins Nationalmuseum. Sehr beeindruckend war vor allem Janina, die dem Geldmenschen eindrucksvoll näher brachte, wir seien Studenten, aber keine internationalen Ausweise mithätten aus Angst, sie würden uns gestohlen. Es hat funktioniert und wir haben den Schülerpreis gezahlt. Auch das Museum war beeindruckend und klar strukturiert aufgebaut. Wir haben alle Autos gesehen, die Julius Nyerere oder wie der gute Mensch heißt, jemals gefahren hat. Außerdem kam der erste ATM 1997 nach Tansania und wird mittlerweile ausgestellt.

Wir gingen noch im Steers essen. Ein Fastfoodrestaurant mit Burgern, Pizzen, chinesisch und einer Bäckerei, in der es Croissants gibt. Himmlisch, aber teuer.

Nachdem es dann unklar war, wie wir nach Ubongo kommen, haben die Brüder sich unserer erbarmt und sie haben uns gefahren. Wenn ich dachte Sudan sei groß und übersichtlich, dann ist Ubongo… ich weiß nicht was. Menschen, die einem Tickets verkaufen wollen, andere verkaufen Wasser, Cola, Brot und Kekse. Wieder andere versuchen dir ein Taxi anzudrehen, andere wollen tatsächlich einfach nur reisen. Und mitten in diesem Chaos standen Maria und ich. Schlimm wäre es gewesen, wenn wir alleine wären, aber waren wir nicht. Bruder Lisa hat uns den Weg gezeigt, sich einen Bus aufschwatzen lassen, der vom Preis die Luxusklasse war. Die Freude übers Fenster war groß, allerdings dauerte sie nur kurz an. Nach vergeblichen versuchen des Zerrens und Schiebens, mussten wir aufgeben. Die Mama, die hinter uns saß versuchte uns zu helfen, und auch der Busmensch konnte nichts tun, außer das Fenster der Mama aus der Halterung drücken. Es wurde nicht sofort eingesetzt. Wir starteten also ohne Fenster. Nicht dass ich so viel davon mitbekommen hätte. Wie sollte es anders sein, schlief ich, tief, fest und seelig.

Ich wurde dadurch wach, das auf der Fahrt jemand das Fenster einsetzte, und aß aus Langeweile meinen ganzen Reiseproviant auf. Die Croissants waren echt gut. Schön fettig und überhaupt.

Als dann die ersten Berge zu sehen waren, war ich tief beeindruckt. Allerdings wurde uns bewusst, dass wir langsam aber sicher mal rausfinden mussten, wo Mwanga war. Wir zögerten keine Sekunde und fragten sofort einen Menschen. Einen Moment später stellte es sich als amüsanter Fehler raus. Wir entfachten eine Diskussion, wo wir uns befanden und jeder in diesem Bus hatte eine andere Meinung dazu. Aber letztendliches stiegen wir in Mwanga aus, die Menschen im Bus hatten neue Freundschaften geknüpft und es folgte ein ruhiger Tag bei den Sisters. Fernsehen, abhängen, Essen, noch mehr Fernsehen. Die Soap, India in love, war der hammer. Noch besser waren die Schwestern, die mitgefiebert haben und sich gegenseitig die Handlung erklärten, wenn eine ein paar Minuten verpasst hatte. Nur was das mit Indien zu tun hat, weiß ich nicht. Es gab nämlich zwei Handlungstränge. Einer der in Brasilien spielt und einer der in einem indischen Viertel in Brasilien spielt. Seltsam, aber empfehlenswert für langweilige Nachmittage.

Den Tag darauf fuhren mir nach Rombo, runterherum einen Berg hinauf um zwei Sisters zu besuchen, die dort auf ein Internat gehen. Wir fuhren etwa zwei Stunden, warteten zwei Stunden auf sie, weil sie in der Kirche waren, verbrachten etwa zwei Stunden mit ihnen und fuhren dann wieder nach Mwanga. Die Schule ist krass. Dort wird nur Englisch gesprochen, die Schüler dürfen wenn überhaupt nur 15 Minuten Besuch bekommen. Aber dafür sind die Wände schön gestaltet mit der Nahrungskette, dem Aufbau des Herzens, den Jahreszeiten und vielem mehr.

Das Haus, das die Sisters mit zwei anderem bewohnen ist klein, besser gesagt winzig. Es gibt drei Stockbetten, einen kleinen Tisch und zwei Stühle. Das wars.

Unser Unterbringung in Mwanga war nicht so überragend, Mückennetze voller Löcher und eklige Käfer im Bad, aber umsonst. Die Brüder, denen das Gästehaus gehörte, waren jetzt auch nicht so nett und hielten uns offensichtlich für dumm. Aber es können auch nicht alle Brüder so nett wie die Salvatorianer sein.

Tja, und am dritten Tag ging es endlich weiter nach Moshi. Während der Berg immer größer wurde, freute ich mich immer mehr darauf Annarina, Miri und Marisa wieder zu sehen, die ich seit knapp einem halben Jahr nicht gesehen hatte.

Nach zwei oder drei Stunden fahrt, vorbei an grünen Wiesen, Jackfruitbäumen, die ich noch immer für einen Scherz halte und kahlen Bergen, erreichten wir die kleine, aber feine Stadt Moshi.

Wir mussten auch nicht lange warten, denn meine Mwanzamädels holten uns vom Stendi, dem Busstand ab und wir konnten unsere Sachen bei ihnen im Hotel unterbringen.

Ja, und dann kam die schöne Kilimanjaro Caffelounge. Wir chillten, kauften Postkarten. Irgendwann ging es dann weiter auf der Suche nach einem Restaurant. Wir entdeckten einen Shop mit schönen Touridingen, aber ein Restaurant war nicht zu finden. Bis ich auf die Idee kam, wir könnten ja dort essen, wo die drei gestern auch schon waren. Eine hammer Idee“ Es gab echten Mozarellakäse auf der Pizza. Nuddelgerichte, Suppen, indisch. Ein Traum nach so langer Zeit mit Reis und Bohnen – obwohl ich das essen mittlerweile mag.

Irgendwann trafen wir in einem anderen Restaurant die anderen Seminarteilnehmer und die nach einigem Warten begann die Fahrt zu unserem Aufenthaltsort. Ein dreistöckiges Gebäude, mit Einzelzimmern und es gab Schwarzbrot, Nutella und Käse.

Das Seminar selber war gut, aber anstrengend, streckenweise auch zähflüssig und am dritten Tag wurde unsere Ruhe durch die Partner, mit denen wir einen Tag des Seminars gemeinsam hatten gestört. Aus war es mit der schmutzigen, kurzen Kleidung, dem Bier trinken und dem „deutsch“ sein.

Dafür fuhren wir nach Marangu, einem Gletschersee mit Wasserfall. Ein wirklich paradiesischer Ort. Das Wasser war eiskalt, aber erfrischend. Maria und Tamino sind tatsächlich den Wasserfall heruntergesprungen. Ich wäre auch gerne, aber ich hatte Angst. Danach ging es noch in die Stadt, schön essen und überhaupt.

Am nächsten Abend feierten wir in Marisas Geburtstag rein, die nun auch alt ist. Doch erst der nächste Abend schrieb Geschichte. Ich spielte meine erste Runde Flunkyball und Bumms wurde gespielt, bevor ins Glacias, einen Club fuhren. Ein Club ohne Wände und stickige Luft. Und haltet euch fest, ich tanzte tatsächlich. Mit einem Kerl, mit der Birthe, mit vielen Menschen. Ich fühlte mich wunderbar. Nur der Kater am nächsten Tag(vielleicht war es auch schon Malaria?) war nicht so geil. Außerdem war das noch der Tag mit den Partnern und die meisten von uns vegetierten auf ihren Stühlen vor sich hin, allen voran ich natürlich. Aber wir hatten Glück mit der Gruppenarbeit. Unsere Gruppe war chillig und unmotiviert, so haben wir viel Pause gemacht.

Sonntagmorgen war alles vorbei. Abegesehen davon das Mama Salalah im Krankenhaus war, war mir übel, voller Kopfschmerzen und ich war mental weg.

Chlafen, kotzen, schlafen, aufs Klo rennen, so sah mein Tag aus. Als Abends endlich klar war, das wir Mama Salalah aus dem Hospital holen konnten, blieb ich gleich da. Mit Malaria. 32 Ringen. Dank Marisa konnten wir die Fragen des Arztes beantworten. Sie beantwortete sie eher, während ich vor mich hin vegetierte und gar nichts mehr wahr nahm.

Als denn der Malriatest gemacht war und beschlossen wurde, dass ich da bleiben musst, ergab ich mich meinem Schicksal schweigend. Ich hatte keine kraft zu kämpfen, verstand noch nicht mal worum es ging. Erst als die Kanüle gelegt werden sollte, erwachte Angst in mir. Todesangst. Meine Hand wurde mit einem Gummihandschuh abgebunden, während sie mit der Nadel in meiner Hand rumstocherte und ich Schmerzen hatte.  Ich übertreibe ein bisschen und dank meinen Mwanzamädels überstand ich alles ganz gut. Annarina blieb die erste Nacht bei mir, wir unterhielt sich mit mir, betüddelte mich und war großartig. Morgens wurde sie von den anderen beiden abgelöst, während ich noch immer(oder schon wieder?) am Trop hing und unselbständig war. Wir lasen den Jahresrückblick Spiegel, hörten Emil und die Detektiv und spielten Black Stories, schliefen, aßen. Nur raus kam ich nicht. Also blieb ich noch eine Nacht. Nachdem das klar war, versuchte ich mich zu waschen und neu einzukleiden, was echt nicht einfach war, aber ich hatte ja Hilfe. Mir wurde essen gebracht, und danach gingen Miri und Marisa in die Stadt, während ich am Krankenhaus, an dem leeren Tropf blieb und auf den Malariatest wartete. Alles halbe Stunde schaute ein Arzt mit einer Schar weißer Ärzte rein, erklärte ihnen was ich hatte und worauf wir warteten. Nach jedem Satz wiederholten sie, als hätten sie Erkenntnis ihres Lebens gehabt, was der Arzt gesagt hatte. Das ging etwa drei Stunden so, bis der Test, von dem ich nie das Ergebnis erfuhr gemacht wurde. Dann kamen sie wieder mit Schiebewagen, Skalpellen, Fieberthermometer, Blutdruckmessgerät und so weiter und sofort. Natürlich zerrten direkt drei verschiedenen Ärzte an mit, die alle etwas tun wollte. Aber mit dem Trop, der mich behinderte und nur zwei Armen war das anstrengend. Aber ich war guter Dinge, denn ich konnte gehen, raus in die Freiheit, zurück ins Leben. Miri und Marisa kamen um mich abzuholen uns zwei Tage später sollte es nach Mwanza gehen. Die Freude und Aufregung war groß. Aber hier steht das nächste, große ABER!

3 Kommentare 11.2.12 17:57, kommentieren

6.11.11

Ich werde wirklich nachlässig, was meinen Blog angeht. Was ich sehr, sehr schade finde, aber andererseits passiert auch nicht mehr so viel Neues für mich, von dem ich berichten könnte. Es sind immerhin schon zwei Monate. Wie die Zeit rennt, kann ich nur immer und immer wieder feststellen. Ohne dass sie sich für irgendetwas Zeit nimmt.

Eigentlich passiert doch viel Neues, aber oft ist es so normal für mich, weil ich das Gefühl habe wirklich angekommen zu sein.

Es tut mir wirklich Leid, aber mir fällt nichts gescheites zum Berichten ein…

 

17.11.11

Der Monat ist fast rum – im Dezember vielleicht Dar es Salam und Mtwara. Mal schauen. Nun bin ich fast drei Monate hier. Ich will die Zeit nicht zaehlen, aber sie ist viel schneller weg, als ich es fassen kann.

Egal, heute waren wir mit den Kindern, meinen Aelteren, die die Schule verlassen, picknicken. Wir sind Maria, Sista Martha, Sista Editha, Sista Skavera, Sista Emmy und ich.

Ich war anfangs ein wenig skeptisch, denn Dienstag nach dem Kindergarten wurde es uns eröffnet und als ich mich spaeter erkundigte bei Sista Martha war noch gar nichts geplant. „Bado sijui“ war die Antwort auf alles. Also schoen. Ich hab mich amuesiert, mich weiter gefreut, aber auch ein wenig an diesem Vorhaben gezweifelt.

Am 17 war es soweit – nach Ndanda sollte es gehen mit 17 Kindern und 6 Betreuern. Erst mal: Wir wartete eine gefühlte Ewigkeit, bis wir endlich ein Auto hatte, dass vielleicht fuer neun Person gedacht ist. Aber das war kein Ding. Beides. Die Kinder sind einfach so toll und ich liebe sie so und hatte spaß am warten. Und Kinder kann man im Auto super stapeln.

Wir fuhren los, nur um spaeter nochmal anzuhalten, weil was vergessen wurde oder unterwegs, weil Sista Emmy jemanden kannte, der ueber die Strasse lief. Oder wegen einer Polizeikontrolle.

Nunja, etwas erstaunt waren wir, als wir die Chekechea in Ndanda erreichten und uns den Unterricht der anderen Kinder anguckten. War interessant – die Kinder mögen unser Uji lieber und halten nichts von deren Applaus – aber unser Kindergarten ist viel, viel schoener. Ich kann aber nicht sagen, warum.

Als um 12.00 der Kindergartenzauber vorbei war, dachten Maria und ich wir wuerden nach Hause fahren. Dem war aber nicht so. Wir fuhren – nachdem wir irgendwo Soda gekauft hatten – zum wunderschoenen See im Wald. Ich liebe diesen Ort. Wir assen Reis mit Soße. Die Kinder saßen in Gruppen zusammen, in der Mitte ein großes Tablett und alle assen mit den Fingern. Ich uebrigens auch, aber ich hatte meinen eigenen Teller. Ich ess gerne mit den Fingern – matschen, rumsauen…

Die Kinder spielten, wir hoerten Musik, tanzten, machten Fotos.

Waehrend die anderen mit den Kindern sich die Wasseraufbereitungsanlagen ansahen, blieb ich mit Sista Martha da um die Sachen zu beaufsichtigen. Es war wirklich nett und meine Kiswahilikenntnisse werden langsam aber sicher besser. Zumindest klappte das Unterhalten echt gut und es hat mir großen Spaß gemacht!

Irgendwann kam die anderen wieder, wir spielten noch ein wenig. Gegen 16.00 war es denn Zeit aufzubrechen. Wir stopften also wieder alles, eingeschlossen uns selbst ins Auto und los gings! Unterwegs wurde Loewenjagd gespielt und die Kinder sangen laut und begeistert, aber nicht gut.

 

18.11.11

Ich war mit zum singen! Nicht, dass ich singen koennte, auch wenn saemtliche Schwestern was anderes behaupten… aber Trommeln macht spaß *_*
Kann ich nur genau so wenig wie singen!

28.11.11 17:59, kommentieren

Blog 8

27.10.11

Nach einer sehr anstrengenden Woche habe ich gestern endlich einen vernünftigen Tag im Kindergarten gehabt. Wurde nach gut einer Woche Zeit. Meine Großen waren brav, haben sogar einigermaßen begeistert mit Englisch gemacht. Eigentlich wollte ich ja noch auf Englisch rechnen, weil es den Kindern großen, großen Spaß macht oder „If you happy and you know ist“ singen und das weiter üben. Meine ganz großen können es mittlerweile ganz und die Kleinen die ersten zwei Zeilen der ersten Strophe. „Stamp your feet“ klappt noch nicht so ganz. Sie machen immer „Clap your feet“ draus. Macht aber auch nichts so lange sie Spaß haben.

Zu mindest konnte ich gestern meine Unterrichtspläne nicht umsetzen und ich musste improvisieren. Sister Martha sagte nämlich sie sollen auf Englisch schreiben lernen. Dafür müssten einige von ihnen überhaupt erstmal schreiben können…

Naja, ich habe zumindest mal sechs Bildchen an die Tafel gemalt und auf Englisch drunter geschrieben, was es ist. Schade, nur  dass sie meine Wolke nicht erkannt haben und mal einfach nichts drunter geschrieben. Außerdem verwechseln sie immer „Clock“ und „Cloud“. So wird die Uhr zur Wolke und umgedreht.

Während meine Großen schrieben und die kleinen Lesen übten, habe ich mit einem schreiben geübt. Ich hab wohl nicht so ganz die Geduld zum schreiben lehren =)

Ich weiß nicht, ob er es wirklich nicht konnte, oder ob er einfach nicht wollte. Bei einem weiß ich auf jeden Fall, dass er nicht schreiben kann. Er hat mir ne vollgekritzelte Seite abgegeben. Na, vielen Dank. Ich bin da immer ein bisschen überfordert. Soll ich ihn dann einfach in die Pause schicken oder ihn dass nochmal machen lassen? Mit ihm üben? Zu Sister Martha schicken?

„Safi sana“ , in etwa „gut gemacht“, kann ich ja schlecht zu ihm sagen.

 

Egal, auf jeden Fall stand irgendwann Pause an und ich hatte viel spaß, war hinterher aber ganz schön kaputt. Spielt mal bei der Hitze mit einem Kind fangen! Aber wie gesagt, es war voll lustig, Sharifu zu jagen, auch wenn die Worker mich ausgelacht haben. Einer hat Sharifu sogar festgehalten und gekitzelt, bis ich endlich angekommen bin. Immer und immer wieder im Kreis und Sharifu fand es urcool. Er war generell den ganzen Tag sehr anhänglich.

Nach der Pause ging es mit Mathe weiter und plötzlich saß Sharifu, der sonst immer auf den Matten sitzt auf der Bank. Vielleicht verlässt er auch zum Dezember den Kindergarten und geht in die Schule? Ich steige da nicht wirklich durch. Aber vielleicht irgendwann. Ich hab ja noch ein bisschen Zeit um all die Dinge rauszufinden, die ich immer noch nicht weiß.

Mathe war recht langweilig für mich- Sister Skavera erklärte den Kindern nur, wie sie ordentlich in ihr Heft schreiben. Ob das was genutzt hat?

Wir haben dann noch für die Feier im November geübt. Englisch klappt teilweise ganz gut, dann mal gar nicht. So ist „Broom“ mal ganz einfach „Bloon“ oder so ähnlich.

Martha durfte beim Porridge einfüllen helfen, wir haben lustige Grimassen Fotos gemacht und es war einfach toll.

Die Landwirtschaft hat auch sehr viel spaß gemacht, obwohl es im Moment irre heiß ist und es noch heißer werden soll… wie ich das schaffen soll?!? Mal sehen.

Ansonsten haben wir gestern das erste Mal draußen gefrühstückt und das Morgens um 7.00 Uhr. Um die Zeit ist es nämlich noch relativ kühl und man kann es draußen gut aushalten.

29.10.11 19:40, kommentieren

Blog 8

29.10.11 19:36, kommentieren

14.10.11

Gestern waren wir endlich zum Ndanda, zum schwimmen, am See. Aber erstmal der Reihe nach. Ich habe lange geschlafen. Bis etwa 7.00. Wenn man bedenkt, dass ich sonst schon um 5.30 wach bin, ist das wirklich lange. Danach haben wir in Ruhe gefrühstückt, Kakao getrunken und nichts getan, bis dann Sister Franziska kam und fragte, wann wir dann nach Ndanda wollten. Wir waren ein wenig erstaunt. Ich hatte erst mit Nachtmittags gerechnet. Also sind wir dann schon um 9.00 los, was wirklich gut war. Schwimmtasche gepackt und voller Erwartungen, ohne zu wissen, wie ich mir den See vorstelle.

Wir gingen also los und die Warterei auf ein Dalla Dalla ging los. Allerdings dauert es nicht lange, bis einer kam. Er war voll, aber nicht unerträglich voll. Nach kurzer Zeit auch für mich ein Platz frei. Nur wurde es ein wenig peinlich für mich. Ich ungelenker Mensch musste klettern. Über einen Karton und über einen Sitz. Und so wie gelacht wurde, sah ich dabei nicht sehr elegant aus. Macht nichts – ich hatte auch spaß dabei. Mir gegenüber saß nun ein Junge von etwa 8 Jahren. Mit großen Augen sah er mich an und brachte ein: „Good mornig, teacher“ hervor und sah furchtbar stolz aus. Sehr süß. Ich habe dann versucht mich auf Swahili zu unterhalten, aber war nicht so erfolgreich.

Dann erreichten wir Ndanda und ich wäre fast nicht rausgekommen. Das große Gedränge ging los. Jeder wollte aus dem Dalla Dalla und andere wollten rein. Letztendlich habe ich es doch geschafft. Wir wollten mit dem Badaji fahren. Leider war keins da. Aufgrund dessen gingen wir zum Hospital in Ndanda. Wir sprachen mit der Wachfrau, die uns fragte, ob wir Kinder hätten und wenn ja, wie viele. Ich war ein wenig überrascht, aber fand es auch irgendwie lustig. Sie selber hat drei Kinder.

Wir verabschiedeten uns und betraten das Krankenhaus. Das erste was mir auffiel war ein seltsamer Geruch, den ich nicht beschreiben konnte. Die Menschen saßen überall auf dem Boden in den Gängen, draußen auf dem Gelände.

Wir wurden auf ein „Zimmer“ geführt von Sister Franziska. In langer, rechteckiger Raum, voller Betten. In der Mitte war nur ein Gang frei um das Zimmer zu durchqueren. Menschen schliefen, sahen uns abweisend an, kümmerten sich um ihre kranken Verwandten. Wir konnten auch einen Blick ins Behandlungszimmer werfen. Ein kleines Kabuff, drei große Flaschen Medizin, ein Tisch, zwei Stühle. Man bedenke, dass Krankenhaus in Ndanda ist ein privates, teilweise von Spenden finanziertes Krankenhaus und weit besser ausgestattet als die staatlichen Krankenhäuser. Ich hoffe, ich werde nie so krank, dass ich ins Krankenhaus muss. Ich habe ja schon in Deutschland Angst davor. Hier sogar fast noch mehr als in Deutschland.

Ich war schockiert. Ich dachte, die Ausstattung wäre besser, anders. Mehr wie in Deutschland. Obwohl ich mir einbildete keine Vorstellung von einem tansanischen Krankenhaus zu haben. Ich merkte plötzlich ganz deutlich, dass ich einem der ärmsten Länder der Welt lebe, in einer Luxushütte, mit Strom und Wasser.

Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich war, als wir das Krankenhaus wieder verließen und uns in ein Badaji setzten. Es war ganz schön teuer, dachte ich erst. 13000 TSH sind ein stolzer Preis. Die Fahrt dauerte auch gar nicht so lange. Der Wald, in dem wir uns bald befanden, erinnerte mich sehr einen deutschen Wald, dem gar nicht so unähnlich in Habernis oder Steinbergkirche. Fast ein wenig gruselig.

Dann sah ich den See vor mir. Hellblaues, klares Wasser, umgeben von Bäumen. Das Sonnenlicht, welches durch die Bäume drang, spiegelte sich in dem Wasser. Einen Moment standen wir nur da, bis uns einfiel, weshalb hier waren: Schwimmen.

Ich fragte Sister Franziska, ob sie Lust hätte, Bilder von uns im Wasser zu machen und sich machte welche. Schnell zog ich mich aus – den Badeanzug hatte ich drunter -  und es ging ins kühle Nass. Das Wasser war angenehm kühl. Während ich die Treppe nahm, sprang Maria einfach ins Wasser. Wir schwammen zur anderen Seite, kletterten auf einen Stein und sprangen ins Wasser. Wir ließen uns treiben, schwammen, tobten und genossen das Wasser. Es war ganz anders als der indische Ozean. Ruhiger, kühler. Ich kann es nicht beschreiben.

Wir beschlossen zu Fuß nach Ndanda zurück zu gehen, weil wir glaubten, dass der Weg nicht so weit war. Das hatten wir falsch in Erinnerung. Es war weit. Aber es ging gut, weil es nicht so heiß war.

Aber bevor wir dann losgingen, sahen wir uns noch die Wasseraufbereitungsanlangen der Ndanda Springs an. Trinkwasser. In Ndanda kann man sogar das Wasser aus dem Wasserhahn trinken, weil es das Trinkwasser ist. Was ein Luxus! Wir müssen immer abkochen. Aber mit dem Wasserkocher geht das ja schnell.

Im Dalla Dalla schlief ich – mal wieder. Ich sollte mir das abgewöhnen und erst wieder machen, bis ich ein schätzen kann, wo ich raus muss. Maria und ich brauchten ein wenig, bis wir verstanden, dass wir rausmussten. Peinlich, peinlich, aber typisch für uns. Wir sind ohne die Sisters manchmal ein wenig aufgeschmissen.

Gegen 14.30 nach tansanischer Zeit waren wir wieder zu Hause. Maria hatte noch Kraft in der Landwirtschaft zu helfen. Ich nicht. Ich schlief bis sie wiederkam.  Dann gingen wir irgendwann essen. Ich half Sister Martha Mails zu verschicken, oder eher Anhänge einzufügen und hoffe nun, dass die Mail richtig war.

Damit neigte sich der Tag zum Ende und ich machte die Nacht zum Tag, indem ich noch eine ganz Weile versuchte Geschichten zu tippen. Erfolglos.  

 

16.10.11

Zum ersten Mal ganz ohne Schwestern unterwegs. Ganz wohl war Sister Klaudia nicht dabei, dass wir alleine nach Masasi wollten. Unser Swahili taugt nichts, wir sind orientierungslos und überfordert. Nicht dass sie es uns sagte, aber es wirkte so.

Trotz allem sind wir nach dem Mittagessen gefahren. Natürlich fuhr der Dalla Dalla gerade an uns vorbei als wir die Straße zur Hauptstraße runter gingen und der nächste der kam fuhr nicht nach Masasi. Aber wir mussten nicht lange warten.

Es war voll, und zwischen durch sehr holprig, da durch einen Rohrbruch oder ähnliches die Teerstraße aufgerissen war. Wir mussten auf Sandwege ausweichen. 

Wir schafften es tatsächlich richtig auszusteigen und fanden die Bank und die Post auf anhieb. Ich war sehr stolz auf uns. Noch stolzer war ich, als wir den Tag überstanden hatten ohne das jemand uns helfen wollte. Juhu!

Nachdem wir feststellten, dass die Post zu hatte, wollten wir Handykarten kaufen. Gar nicht so leicht. Angeblich kann man sie überall kaufen, nur nicht da, wo wir sie kaufen wollen. Aber wir haben einen Supermarkt oder soetwas ähnliches gefunden, und auf Vorrat gekauft.

Dann endlich sind wir zum eigentlichen Grund unseres Besuches gekommen: Kitenge kaufen.

Sister Magdalena sagte uns, wenn wir ihr Kitenge bringen, näht uns Kleidung daraus.

Der erste wollte mich über den Tisch ziehen und mir weiß machen, der Kitenge kostet 20000 TSH. Das konnte ich nicht ganz glauben und handeln wollte er nicht. Selbst Schuld.

Also gingen wir weiter und fanden einen netten Laden mit einem netten Verkäufer, der uns wohl nicht ganz so heftig über den Tisch gezogen hat. Wir kauften 4 Kitenge insgesamt und gaben dafür 28000 TSH aus. Viel günstiger und selbe Qualität.  Nur handeln klappte nicht. Das hat sich durch unseren ganzen Tag gezogen, wie die Tatsache, dass wir immer im Kreis gelaufen sind. Zwei Orientierungslose, zahlenunfähige Menschen zusammen – herzlichen Glückwunsch.

Als wir noch eine Tasse kauften – Ich habe eine zerdeppert – wurden wir vom Verkäufer verarscht und nachgeäfft. Die Tasse kauften wir trotzdem. Allerdings gibt es doch kleine Handelserfolge: ich habe eine (Naruto)Tasche um 500 TSH runtergehandelt und Maria ein paar Flipflops.

Allen in allem ein erfolgreicher Tag, wenig „Mzungo“-rufe, halbwegs vernünftige Gespräche und viel Spaß.

Wir fanden ohne Probleme ein Dalla Dalla nach Chikukwe, wurden rechtzeitig rausgeschubst von den Geld Menschen und kamen sicher zu Hause an. Unterwegs trafen wir noch eine Schwester die neugierig in unsere Einkaufstüte blickte…

17.10.11 19:41, kommentieren